Wichtige Regeln (u.a.) für Web-Entwickler

2011 war ich bei einer mittelgroßen Internetagentur. Wir entwickelten Landing Pages und ganze Web-Applikationen für verschiedene Konzerne. Die hatten damals noch standardmäßig den IE6 installiert, alles war noch weit weg von „mobile first“. Dieser Artikel ist aus jener Zeit. Doch die Aspekte IE6 und Mobile Endgeräte habe ich überarbeitet. Viel von diesem Artikel – im Grund klassische Projektrisiken – ist schlicht zeitlos.

Hier ein paar Regeln, die mir immer wieder durch den Tag und durch Projekte helfen. Niedergeschrieben, um sie mit dir zu diskutieren und weiter und weiter zu verinnerlichen.

  1. Besondere Web-Browser
  2. Aktueller Stand
  3. Verantwortung für Kollegen
  4. Kommuniziere
  5. Informiere Projektkollegen
  6. Informiere Projektleitung
  7. Trainiere
  8. Sprich ALLE Probleme
  9. Sei stets Einsatzbereit
  10. Zu klärende Fragen vor Projektbeginn

1. Besondere Web-Browser

Manche Kunden nutzen exotische Browser für das Aufrufen ganz alltäglicher Webseiten. Und manche Kunden wollen komplexe Web-Backends auf Browsern nutzen. Doch vielleicht nutzt du in dem von dir entwickelten Backend spezifische Browser-Funktionen. Solche Umstände sind unbedingt ganz zu Beginn mit dem Auftraggeber abzustimmen. Denn fordert er das gewisse Feature auf einem Browser, der es Dir schwieriger macht, fehlt dir später die Verhandlungsmöglichkeit hinsichtlich der notwendigen Aufwende. Und deine Arbeit wird dann womöglich nicht ausreichend bezahlt.

Falls also die Webseite oder Web-Anwendung auf bestimmten Browsern laufen soll, entwickle von Anfang an auf diesen Browsern! Kommuniziere alle Aspekte, die in diesen Browsern zum Zeitpunkt der Kommunikation nicht der Planung entsprechen. Informiere den Adressaten davon, dass du weisst, dass dies und jenes noch nicht den Erwartungen entspricht – mit ausführlichem Hinweis. Wenn da jemand etwas nicht mitbekommt oder überliest, wird man es dir negativ auslegen.

2. Aktueller Stand

Kommuniziere mit den beteiligten Kollegen vom gleichen Gewerk so, dass du zu jeder Zeit möglichst auf demselben Stand bist, also dem PM den jeweils aktuellen Stand zuverlässig mitteilen kannst.
Tausche dich von Anfang an mit deinen Kollegen über die bevorstehenden Aufgaben und die Arbeitstechniken aus. Plane und besprich den Aufbau und die Abfolge der Gewerke. Sprich ausführlich über mögliche Unbekannte. Überlege, welches Spezialwissen von dir für die Kollegen wichtig ist (z.B. Facebook-Eigenheiten).

3. Verantwortung für Kollegen

Übernehme Verantwortung für deine Kollegen, als wenn es deine Aufgabe wäre!
Du brauchst nicht seine Arbeit zu erledigen, doch sprich mit ihm, wenn du merkst, dass er nicht diesen Grundregeln folgt. Weise ihn nicht auf diese Grundregeln hin, sondern sprich mit ihm über das Problem und handle nun so nach den Grundregeln, als wenn es dein Problem wäre. Mache es zu deinem Problem. Wenn es nicht gelöst wird, wird man dir mindestens eine Mitschuld geben.

4. Kommuniziere

Kommuniziere aktiv! Gehe auf die Kollegen zu, bevor sie zu dir kommen!
Nicht nerven, aber auch nicht immer abwarten. Wenn du das Gefühl hast, du nervst, sprich genau dies an – sie werden geduldig sein, und dankbar, dass du kommunizierst.

5. Informiere Projektkollegen

Wenn du länger, als 30 Min. an einem Problem brütest, informiere deine Projektkollegen vom gleichen Gewerk!
Du kannst auch schon früher fragen – dafür gibt es doch das kollektive Wissen. Wer nicht fragt, bleibt dumm – selber schuld. Habe noch nie erlebt, dass jemand einen deswegen für doof erklärt. Wenn doch: Finger in den Popo!

6. Informiere Projektleitung

Wenn ihr dann gemeinsam länger als noch mal 30 Min. an einem Problem brütet, informiere deine Projektleitung!
Du darfst (und solltest dann sogar unbedingt) dein Problem zu seinem Problem machen, denn deswegen ist er ja der PM und nicht du. Wenn er dir daraus einen Strick dreht, ist er ein Arsch (habe ich noch nicht erlebt).

7. Trainiere

Trainiere Kommunikation – wenn du das Gefühl hast, du solltest dich austauschen, tue es dann SOFORT (das nächste mal ist genau JETZT)!
Jaja, es ist schwierig zu sagen, welcher Pups nervt und welches Problemchen dann doch erwähnenswert ist. Lieber einmal mehr pupsen, als zu explodieren 😉

8. Sprich ALLE Probleme an

Tausche dich mit deinen Kollegen zu allen Problemen aus, die dir bzgl. der Arbeit in den Sinn kommen!
Jaja, wohl dasselbe wie „Trainiere“ – doch glaube nicht, es gäbe da Sachen, die du besser nicht ansprichst. Genau diese solltest du besser ansprechen.

9. Sei stets einsatzbereit

Halte deine Technik einsatzbereit, insbesondere deine Entwicklungsumgebung und deine Test-Tools.

Während eines Projektes ist doch nie wirklich Zeit, eine neue Software einzurichten. Also nutze die ruhigen Zeiten für Updates und, den Umgang mit den Anwendungen zu lernen. Mache dir Notizen und kleine Dokus, und kommuniziere sie z.B. auch über dein Firmen-Intranet.

10. Zu klärende Fragen vor Projektbeginn:

  • Welcher Browser/ Version dient als Referenz zum Vergleich mit den gelieferten Screen Designs?
  • Wünscht der Kunde Kompatibilität zu besonderen Plattformen?
  • Wünscht der Kunde Kompatibilität zu ganz bestimmten mobilen Endgeräten?

Erstveröffentlichung 11. April 2011

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