Risikomanagement

Beim Risikomanagement in Projekten geht es darum, Risikobewusstsein bei allen Projektmitgliedern zu schaffen. Risikoverständnis sollte im gesamten Unternehmen kultiviert werden.

Projektrisiken sind mögliche negative Abweichungen im Projektverlauf (relevante Gefahren) gegenüber der Projektplanung durch Eintreten von ungeplanten oder Nicht-Eintreten von geplanten Ereignissen oder Umständen (Risikofaktoren).

Warum Risikomanagement wichtig ist

  • Komplexität (Wahrscheinlichkeit) und Zukunftsorientierung (Auftreten von Risiken in der Zukunft)
  • Durch Planung werden Risiken (in gewissen Grenzen) kalkulierbar.
  • Durch RM kann mit Risiken besser umgegangen werden.
  • Unsischere, den Verlauf oder das Ergebnis eines Projektes beeinflussende Ereignisse können sowohl negativ (Risiko) als auch positiv (Chance) sein.
  • Wichtig für das Überleben von Firmen

Risikomanagement-Verfahren

Schritte:

  1. Risikomanagement vorbereiten
  2. Risiken identifizieren
    1. Was könnte eintreten?
    2. Was könnte ausbleiben?
  3. Risikoeigentümer identifizieren (Person oder Organisationseinheit, die Entscheidungen zur Risikoeinschätzung und Risikominderung treffen kann)
  4. quantifizieren/klassifizieren
  5. behandeln (Risikobehandlung)
  6. bewältigen (Maßnahmen vor Eintreten umsetzen; auch: auf Stakeholder übertragen)
  7. überwachen/kontrollieren
  8. lösen (Maßnahmen nach Eintreten umsetzen)
  9. Erfahrungen sichern (projektübergreifend)

Risikoreduktion – Aufstellung und Minderung von Risiken nach Schritten:

  1. unbehandelte
  2. nach Vermeidung
  3. nach Minderung
  4. nach Begrenzung
  5. nach Verlagerung
  6. akzeptierte

Risikogruppen

Mögliche Risikoarten sind:

  • kaufmännische (Wirtschaft, Finanzen, Management)
  • technische (Realisation, Material)
  • politische (Steuer, Import/Export)
  • terminliche
  • ressourcen- und umweltbezogene
  • schätzungsbedingte (bzgl. Dauer und Aufwand)
  • soziokulturelle (Wertvorstellungen, Akzeptanz)

Analysetechniken

Risikomatrix: Risiko = Schadenhöhe x Eintrittswahrscheinlichkeit
Abbildung: Risikomatrix

Ein Projektrisiko wird wie ein Risiko im Allgemeinen quantifiziert als Produkt aus Schadenhöhe (Tragweite, Auswirkung) und EintrittsWahrscheinlichkeit. Die Analyse im Team ist eine wertschöpfende Maßnahme. Der Risikoeigentümer sollte in jedem Fall an der Risikoeinschätzung teilnehmen.

R = W x T[r]

Die Analyse basiert auf dem PSP. Aus psychologischer Sicht sollte wie auch in der Formel vorgegeben zunächst die Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt werden, dann erst die mögliche Schadenhöhe benannt werden.

ABC-Analyse

Bei der ABC-Analyse werden Risiken nach dem Grad ihrer Behandlungsbedürftigkeit eingeteilt:

  • A-Risiken: sehr behandlungsbedürftig
  • B-Risiken: behandlungsbedürftig
  • C-Risiken: weniger behandlungsbedürftig

Pareto-Analyse

= 80/20-Regel, Kurzbeschreibung, Langbeschreibung

FMEA

Fehler-Möglichkeiten- und Einfluss-Analyse

  • Auftrittswahrscheinlichkeit (niedrig = 1, hoch = 10)
  • Bedeutung für den Kunden (niedrig = 1, hoch = 10)
  • Entedeckungswahrscheinlichkeit (niedrig = 10. hoch = 1)
  • Risiko-Prioritätskennzahl RPKZ = A x B x E

Gerd Gigerenzer zum Umgang mit Risiken, Video „Entscheidend ist das Bauchgefühl“

Risikoanalyse im Projekt

Für jedes Projekt ist eine Risikoanalyse zu erarbeiten. Dabei sind vorbeugende Maßnahmen zu erarbeiten und diese in den Arbeitspaketen zu berücksichtigen.

Interessante Links